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Die Truman Show 2020

Im Film „Die Truman Show“ ist Truman Burbank seit seiner Geburt der Hauptdarsteller der Serie, ohne es überhaupt zu wissen. In dieser künstlich erschaffenen Welt lebt Truman – von Kameras rund um die Uhr beobachtet – mit seiner Frau, seinen Freunden und Verwandten, die allesamt Schauspieler sind. Doch in Folge 10909 kommt es zu Vorfällen, die Trumans Welt verändern. Misstrauisch geworden öffnet er die Tür, die hinter die Kulissen führt. Er betritt eine völlig neue Welt. Die Fassade seines bisherigen Lebens stürzt ein.

Ähnlich wie es Truman in der Show erlebte, so erleben viele Menschen aktuell die Zeit im Zeichen von Corona: Es scheint, als seien wir durch eine Tür gegangen und plötzlich standen wir in einer völlig anderen Welt. In einem Podcast der Serie „Der achte Tag“ fordern Dr. Anke Houben und Dr. Kai Dierke dazu auf, gerade in Katastrophen- und Krisenzeiten an Angst und Verzweiflung zu wachsen, und inspirierten mich zum Nachdenken. 

Seit die Coronakrise über uns hereinbrach erlebe auch ich bei den Menschen um mich herum tiefe Erschütterung und Verunsicherung. Ich beobachte Stress, Angst, Wut, Zweifel, aber ebenso ein Aufbäumen, Kreativität, Annahme und Trotz der Situation gegenüber – auch bei meinen Kundinnen und Kunden, die allesamt in Führungspositionen arbeiten oder Unternehmen leiten. 

Viele Führungskräfte sind derzeit im Funktionsmodus: sie funktionieren und managen die Krise wie auf Autopilot. Aber was macht die Coronakrise mit ihnen wirklich? Wie bewältigen sie persönlich die Krise? Wie sieht es bei ihnen selbst aus, in ihrem Inneren, mit ihrer Gesundheit? Sie kümmern sich als Manager um ihre Angestellten – aber wie kümmern sie sich um sich selbst? 

Im Grunde existieren zwei Welten: Da ist auf der einen Seite die äußere Welt mit den medizinischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen, die wir als Einzelner nur begrenzt beeinflussen können und denen wir uns stellen müssen. Aber da ist auch noch unser eigener Kosmos. Wie es dort aussieht, können wir selbst entscheiden. 

Wir können jetzt innerlich einen Schritt zurückgehen und uns der Selbstreflexion stellen:

  • Welche Waffen habe ich in meinem Arsenal? 
  • Und habe ich genügend Munition? 
  • Welche Illusionen habe ich? Bin ich wirklich unverwundbar, wie ich immer geglaubt habe? 
  • Kann ich kontinuierlich so weiter machen, wie bisher? 
  • Habe ich immer noch alles unter Kontrolle? Was brauche ich, um die Kontrolle wiederzuerlangen und aufrechtzuerhalten?
  • Ich habe viel geleistet – hat sich das gelohnt, hilft mir das jetzt (persönlich)? 
  • Ich habe Erfolg – werde ich auch zukünftig Erfolg haben? Wovon hängt mein Erfolg wirklich ab? Und: was ist Erfolg überhaupt?

Wie fällt die Bestandsaufnahme aus, wenn wir ehrlich sind? Hat eine Selbstüberschätzung den Blick bisher getrübt? Was können wir jetzt tun? 

Der Mensch braucht Ziele und Zuversicht, um schwierige Zeiten zu überstehen. Wie könnten Ihre persönlichen Ziele aussehen?

Foto: Oliver Sjöström on Pexels

1 Kommentar zu „Die Truman Show 2020“

  1. Da ist viel Wahres und die Situation ist gut beschrieben. Corona legt sich wie ein Schleier über die Welt, und nichts wird mehr sein, wie es einmal war. Die Unsicherheit ist es, die uns beherrscht und wir müssen Annahmen für die Zukunft treffen und danach handeln. Wir können nur hoffen, dass die Entscheidungen, die wir daraus ableiten, die richtigen sind, um den Menschen, für die wir verantwortlich sind, eine sichere Zukunftsperspektive zu geben.
    Als Führungskraft bleibt einem im Moment wenig Zeit, an sich selbst zu denken.
    Mir tut es gut, dass ich eine Personal Trainerin habe, die mich in den Trainingseinheiten zu mir zurück bringt und mir hilft auch mehr auf mich zu achten. Vielen Dank dafür.

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